Erfolgsfaktoren bei Fondsmanagern
Personen Prof. Dr. Alexander Kempf, Prof. Dr. Michael Wagner
Projektbeschreibung Deutschland entwickelt sich in zunehmendem Maß zu einem Land der Fondssparer. Die Vielfalt an Investmentfonds stellt den Anleger aber vor das Problem, einen für ihn geeigneten Fonds zu finden. Fehlentscheidungen bei der Fondsauswahl können den Anleger teuer zu stehen kommen. Häufige Umschichtung zwischen Fonds verschiedener Fondsgesellschaften wird durch Ausgabeaufschläge der Fonds zu einer kostspieligen Strategie, und Festhalten an einem "schlechten" Fonds kann für den Anleger - gerade auf lange Frist - erhebliche Vermögenseinbußen mit sich bringen. Es stellt sich deshalb für den Anleger die Frage, wie er einen Fonds finden kann, der sich in der Zukunft gut entwickeln wird. Typischerweise wird hierbei dem Anleger der Ratschlag gegeben, sich einen Fonds auszuwählen, der sich in der Vergangenheit besonders gut entwickelt hat. In diesem Fonds - so das Argument ­ scheint ein Fondsmanager mit überdurchschnittlichen Fähigkeiten tätig zu sein. In einer Vielzahl empirischer Studien wurde untersucht, ob es einen signifikant positiven Zusammenhang zwischen der Performance eines Fonds in der Vergangenheit und in der Zukunft gibt. Die Ergebnisse sind ernüchternd. Die in der Vergangenheit besten Fonds entwickeln sich in der Zukunft nicht besser und nicht schlechter als der Durchschnitt aller Fonds. Eine Persistenz des Fondserfolgs ist - außer für ganz kurze Anlageperioden - nicht nachzuweisen. Eine mögliche Erklärung für dieses Phänomen besteht darin, dass die Manager von Investmentfonds häufig wechseln. Gute Fondsmanager werden befördert und erhalten Fonds mit einem größeren Anlagevolumen zur Verwaltung. Schlechtere Manager dagegen werden degradiert oder gar entlassen. Angesichts dieser starken Fluktuation des Managements eines Fonds überrascht es nicht, dass sich keine Persistenz in der Performance eines Fonds finden lässt. Hieraus kann man aber nicht schließen, dass es nicht Fondsmanager gibt, die regelmäßig einen besonderen Anlageerfolg erzielen. Es ist durchaus denkbar, dass Persistenz in der Performance eines Fondsmanagers zu beobachten ist, aber nicht auf Fondsebene. Allerdings liegt bisher noch keinerlei fundierte Untersuchung hierzu vor. An dieser Lücke in der Literatur anzuschließen, ist das Ziel dieses Projektes. Dabei sollen zwei zentrale Fragen beantwortet werden:
  1. Gibt es Fondsmanager, die systematisch einen besseren Erfolg erzielen als ihre Kollegen?
  2. Welche individuellen Merkmale kennzeichnen systematisch erfolgreiche Fondsmanager?
Beide Fragen sind nicht nur aus akademischer Sicht von Bedeutung, sondern besitzen auch eine hohe praktische Relevanz. Eine möglicherweise vorliegende Persistenz der Performance auf Managerebene erlaubt es dem Anleger, den zukünftigen Anlageerfolg des Managers und damit auch des von ihm verwalteten Fonds zu prognostizieren. Für die Fondsgesellschaft besteht der Nutzen der Studie darin, Informationen über die Erfolgsfaktoren im Fondsmanagement zu erhalten. Dieses Wissen kann die Gesellschaft zum einen bei ihren Einstellungsentscheidungen berücksichtigen und zum anderen gezielte Schulungsmaßnahmen entwickeln, um erkannte Schwächen bei einzelnen Managern zu vermindern.
Finanzierung Die Vorstudie wird aus Mitteln des Zentrums für Empirische Wirtschafts- und Sozialforschung finanziert. Die Ausarbeitung eines Drittmittelantrages ist beabsichtigt.
Daten
  • Aktienfonds aller im Bundesverband Investment und Asset Management e.V. (BVI) organisierten Fondsgesellschaften.
  • Datenbank der Fondsmanager aller im Bundesverband Investment und Asset Management e.V. (BVI) organisierten Fondsgesellschaften mit anonymisierten berufbiographischen und tätigkeitsspezifischen Angaben (im Aufbau).
Methoden
  • Biographieforschung
  • Standardisierte Befragung