Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Köln - Analyse der Metropolitan Governance eines Großereignisses. Eine empirische Studie zu Steuerungs- und Koordinationsstrukturen mittels Netzwerkanalyse
Personen Prof. Dr. Thomas Jäger, Dipl.-Geogr. Christoph Hagen
Projektbeschreibung Großereignisse gewinnen für die Entwicklung und Wahrnehmung von Städten zunehmend an Bedeutung. Neben der Ausrichtung von Weltausstellungen, kulturellen Ereignissen (Europäische Kulturhauptstadt) und Kirchentagen (Weltjugendtag) zeigen Städte besonders großes Interesse an der Durchführung von sportlichen Großereignissen wie Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften. Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, das weltweit größte Sportereignis, weckt sowohl auf nationaler als auch auf kommunaler Ebene hohe Erwartungen auf positive ökonomische Impulse und sichtbaren Imagegewinn.

Die Steuerung und Koordination sind besondere Herausforderungen bei der Durchführung von Großereignissen. Die Kommunen als Ausrichterstädte der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 haben u.a. die Bereitstellung einer leistungsfähigen Infrastruktur sowie die Sicherheit und den Katastrophenschutz zu gewährleisten. Hierbei ist eine Vielzahl unterschiedlicher Akteure einzubinden (Weltfußballverband, verschiedene Bundes- und Landesministerien, Verbände und Vereine sowie private Unternehmen), was den Einsatz neuer Steuerungsinstrumente erforderlich macht. Gerade die Beteiligung unterschiedlicher Planungsebenen sowie die Neuzusammensetzung von Planungsteams bergen erhebliche Gefahren für einen reibungslosen Ablauf, weil es an Routinen mangelt.

Ziel des Forschungsprojekts ist die Analyse der Steuerungs- und Koordinationsstrukturen der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Köln. An diesem Beispiel soll die Veränderung politisch-administrativer Prozesse auf kommunaler Ebene untersucht werden. Dabei liegt der Schwerpunkt der Analyse auf den Vernetzungsstrukturen der an der Vorbereitung und Durchführung beteiligten Akteure. Durch die Analyse der Netzwerkstrukturen sollen Erkenntnisse über Governance-Muster sowie die in die Planung eingegangenen Erwartungen und die dahinter stehenden Interessen gewonnen werden.

Methodisch werden zwei Netzwerke erhoben und untersucht: Zum einen das Elitenetzwerk der Stadt Köln als Netzwerk der Personen, die maßgeblich an der Entwicklung der Stadtpolitik beteiligt sind. Zum anderen das Akteursnetzwerk "WM 2006 Köln", das die an der Vorbereitung und Durchführung der Fußball-Weltmeisterschaft in Köln beteiligten Akteure umfasst. Die Identifikation der Akteure erfolgt über einen kombinierten Ansatz aus Medienanalyse, Positions- und Reputationsansatz.

  • Welche Akteure sind an Planung, Vorbereitung und Durchführung beteiligt? Wie sind die Akteure miteinander vernetzt? Welche Strukturmerkmale weist das Netzwerk auf?
  • Welche Interessenskonflikte gibt es?
  • Welche neuen Steuerungs- und Kooperationsinstrumente gibt es? Wir wirken sie?
  • Welche neuen Entscheidungsstrukturen entstehen?
  • Wie ist das Verhältnis zwischen dem Elitenetzwerk der Stadt Köln und dem "WM 2006 Köln"-Netzwerk?


Die Kontaktmuster der Akteure werden durch eine standardisierte Befragung erhoben, an deren Auswertung sich die Analyse der Eigenschaften und Strukturen des Netzwerkes anschließt. Neben dieser quantitativ ausgerichteten Analyse wird eine qualitative Konkretisierung mittels Tiefeninterviews mit ausgewählten Akteuren durchgeführt.
Finanzierung Das Zentrum für Empirische Wirtschafts- und Sozialforschung unterstützt die Anschubphase des Projekts, die zur Identifizierung der Netzwerke sowie zur Abfassung eines Drittmittelantrages dienen soll.
Methoden
  • Netzwerkanalyse
  • Medienanalyse
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